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Das Sprachnachrichten-Dilemma

Nick Birkenbeul 24 2 min read Artikel speichern

Uns Ge. Z'lern wird nachgesagt, wir würden nicht mehr gerne telefonieren. Stimmt für die breite Masse wahrscheinlich auch... wir haben doch WhatsApp

Man muss als Außenstehender verstehen, dass wir die Art der Kontaktaufnahme mit einer gewissen Wertigkeit belegen (vielleicht auch nur Unterbewusst). 

 

Die verschiedenen Wege der Kontaktaufnahme

 

Stufe 1:

So wäre eine normale WhatsApp-Nachricht die normalste Art und unterste Stufe der Kommunikation. Man chattet und schreibt sich, wenn es etwas zu besprechen gibt.


Stufe 2:

Wenn man allerdings ohne einleitende Nachricht, nur eine Sprachnachricht auf WhatsApp bekommt, ist man schon überraschter. Es muss sich um etwas Wichtigeres handeln und der andere hat offenbar viel zu sagen, sonst hätte er mir ja schreiben können. 


Stufe 3:

Die vorletzte Stufe wäre dann das normale Telefonat. Äußerst ungewöhnlich. Man ist oft überrascht, wenn man ohne vorherige Ankündigung über WhatsApp, einen Anruf von jemandem erhält, den man lange nicht gesehen hat. Bei engen Freunden kommt das schon öfter vor. Aber bei Freunden mit denen man wenig Kontakt hat ist man meistens doch eher überrascht, wenn diese den Anruf als erstes Kommunikationsmittel wählen. 

 

Stufe 4:

Die letzte Stufe ist das persönliche Gespräch, welches allerdings meiner Meinung nach eine kleine Renaissance erlebt. Immer öfter bemerke ich in letzter Zeit, dass die Menschen in meinem Umfeld den Wert eines gemeinsamen Kaffee’s oder Spaziergangs schätzen.

Zurück zu den Sprachnachrichten. Wir lieben es diese zu verschicken. Man kann alles was man sagen will schnell aufnehmen und das dann verschicken. Das geht teilweise soweit, dass beide Gesprächspartner online sind und man sich gegenseitig direkt auf die Sprachnachrichten antwortet… bis irgendwann der Gedanke kommt: „… Mann, es wäre echt der absolute Hammer, wenn man sich direkt während der Sprachnachricht, dazu äußern und so praktisch „live“ unterhalten könnte…so etwas müsste mal einer erfinden“. 

Also mal ehrlich zur Lösung eines Problems mit Sprachnachrichten, braucht man mal locker 5-mal so lange, wie wenn man das Ganze in 5 Minuten am Telefon bequatscht. Da stellt sich doch die eine Frage:

 

Wieso haben sich die Sprachnachrichten dennoch durchgesetzt?

Wie wir jetzt nach eingehender, intensiver Prüfung festgestellt haben, ist das Telefon ja doch eine tatsächlich sinnvolle Alternative zu Sprachnachrichten ;). Wieso konnten sich diese aber trotzdem durchsetzen?

 

Frauen telefonieren

 

Ganz einfach: Es ist ein Grundproblem der sozialen Medien. Wir Z’tler sind es durch die Social Media gewohnt, bei der Kommunikation (mehr oder weniger) so viel Antwortzeit zu haben, wie wir brauchen um uns DIE perfekte Antwort zu überlegen oder sogar nochmal mit Freunden zu beraten, was man antworten soll (das betrifft vor allem Chats mit 
Naja und die Sprachnachricht vereint somit den Vorteil des Telefons „Ich –kann-viel-sagen-ohne-zu-tippen“ mit dem Vorteil des Chattens „Ich-muss-nicht-direkt-reagieren-sondern-kann-mir-genau-überlegen-was-ich-sage“.

Dass dies ein grundlegendes Kommunikationsproblem unsererseits beschreibt, ist denke ich offensichtlich. Aber darauf wollen wir an einer anderen Stelle nochmal eingehen.

Bis dahin wünsche ich ein fröhliches Sprachnachrichten senden, was im Übrigens das Gleiche ist, wie sich die ganze Zeit gegenseitig auf den Anrufbeantworter zu labern. Und mal ehrlich, wer würde sowas bescheuertes machen?!

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