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T-Shirt Schnittmuster selber machen

Mattias Koepcke 20 8 min read Artikel speichern

Wie realisiere ich meine eigenen Designs?

Dieser Artikel dient dazu, dem blutigen Anfänger eine Vorstellung zu geben, wie einfach man starten kann, und dem Fortgeschrittenen wertvolle Tipps zur Serienproduktion anzubieten. Außerdem zeige ich Ihnen mögliche Wege zur Umsetzung auf. Somit sollen Ihnen die nachfolgenden Infomation und Steps durch Tipps und Tricks dabei helfen, Ihr T-Shirt-Design zu realisieren.
Im Einzelnen erhfahren Sie hier Tipps zu folgenden Aspekten:

 

Schnittmuster – Was benötige ich dafür?

Sie müssen kein gelernter Schneider sein, um Ihre eigenen Ideen Wirklichkeit werden zu lassen! Seien Sie kreativ, um das zu realisieren, was Sie sich überlegt haben. Nutzen Sie das, was Sie haben! 
Um ein T-Shirt Schnittmuster zu erstellen, müssen Sie sich zunächst die Frage stellen, für welchen Anwendungsbereich das T-Shirt gedacht ist.

 

Start – Wie fange ich an?

Wie und womit Sie anfangen, hängt davon ab, welche Vorstellungen und Ressourcen Sie haben. Deswegen ermuntere ich Sie, sich hiermit einen Überblick zu verschaffen, die Informationen zu filtern und auf Ihre Situation zu übertragen. Also egal, ob Sie „nur“ ihr Lieblings-T-Shirt etwas verbessern oder Ihr komplett eigenes und indviduelles Design umsetzten wollen, mit den nachfolgenden Angaben kann jedes T-Shirt beschrieben werden. Sie werden Ihnen dabei helfen, die Konstruktion eines T-Shirts nachzuvollziehen und Ihr Vorhaben umzussetzen.

 

Grundmaße eines T-Shirts

 

 

Passformen – Wo liegen die Unterschiede?

Die obigen Grundmaße bestimmen die Passform Ihres T-Shirts. Bei einem lockeren Fit sind die Brust-, Taillen- und Hüftweite(B-C) gleich. Für ein muskelbetonendes und tailliertes Sportshirt können diese unterschiedlich ausfallen. Auch sind bei einem muscle fit Shirt die Ärmel üblicherweise etwas enger und kürzer, um die Arme zu betonen!

Welche Passform Sie wählen, hängt überwiegend davon ab, für welchen Anwendungsbereich (also welche Funktion) und welche Zielgruppe Sie das T-Shirt fertigen wollen. Bei einem lockeren Fit kommt es am Ende vermutlich nicht auf einen Zentimeter zu viel oder zu wenig an. Je enger die Passform, umso genauer müssen Sie arbeiten und die Konstruktion Ihres T-Shirts durchdenken.
Nachfolgend finden Sie die üblichen Passformen:

 

Oversize Fit

Hier sind alle Maße und Proportionen absichtlich in Übergröße gewählt. Weite und ellebogenlange Arme, breite Schultern, Brustweite und Gesamtlänge sind übermäßig groß. Man findet den Oversized Look oft im HipHop Genre und im Oldschool Bodybuilding Sport.

 

Loose Fit

Eine lockere Passform bedeutet in den meisten Fällen, dass das Shirt sowohl am Bauch als auch an den Armen und im Brustbereich Luft hat und nicht überall am Körper anliegt. Sie ist typisch für Streetwear und Skatemode.

 

Regular Fit

Regular Fit zeigt die Musklen des Sportlers und lässt gleichzeitig den schlanken Menschen nicht im Shirt versinken. Sie liegt enger an, als die lockere Passform, verzichtet somit auf zu viel überflüssigen Stoff und Raum. (Standard)

 

Tapered Fit

Diese Passform ist für den muskulösen Athleten und Sportler. Sie bietet oben genug Platz für breite Schultern und ein breites Kreuz. Sie hat leicht v-förmige Maße für den Mann mit einem breiten Kreuz und einer schmalen Hüfte im Fitness/Bodybuilding Sport, aber auch z.B. für den Leistungsschwimmer.

 

Muscle Fit

Muscle Fit ist (sehr) eng anliegend. Diese Passform betont die Muskulatur, kann tailliert sein und ist für Leute mit einem breiten Kreuz und überdurchschnittlicher, definierter Muskelmasse. (Sport/Fitness/Bodybuilding)

 

Compression Fit

Compression Fit liegt an allen Stellen fest am Körper an, sitzt wie eine zweite Haut, fördert die Durchblutung und wärmt bei kalten Temperaturen. Man findet diese Passform häufig im Leistungssport.

 

Beispielshirt – Sie haben ein Lieblingsshirt?

Wenn Sie ein T-Shirt haben, dessen Schnitt Sie so übernehmen können, dann haben Sie die Möglichkeit, die Nähte aufzutrennen und es in die einzelnen Teilstücke zu zerlegen. Anschließend nutzen Sie die Umrisse, um entweder aus Pappe eine Schablone zu erstellen oder direkt die zerlegten Teilstücke auf Ihren neuen Stoff aufzumalen. So sammeln Sie erste Erfahrungen. Anschließend optimieren Sie Maße und Form.

Wenn Sie das Beispielshirt nicht zerlegen wollen, dann können Sie die oben genannten Grundmaße nutzen, um das T-Shirt zu vermessen, und die Maße auf eine Pappe übertragen. Mit der Schablone können Sie dann die einzelnen Teile auf den neuen Stoff aufmalen. (Hinweis: Bitte beachten Sie die Urheberrechte!)

 

Individualisierung – Sie haben Ihre ganz eigenen Vorstellungen?

Sie haben eventuell nicht das perfekte T-Shirt, dessen Maße Sie so übernehmen können. Dennoch haben Sie die Möglichkleit, die T-Shirts zu nutzen, die Sie besitzen. Suchen Sie sich Ihre Maße zusammen, um Ihren individuell perfekten Schnitt zu finden! Probieren Sie diese T-Shirts an und überprüfen Sie, was gut ist und wo die Unterschiede zu den anderen Shirts liegen. Stellen Sie sich vor den Spiegel und halten Sie an unterschiedlichen Stellen mit Ihren Fingern ein Stück Stoff fest, klappen es um oder stecken Sie es mit Nadeln ab. Somit können Sie direkt sehen, wie es aussieht, wenn Sie die Maße und Teilstücke verändern. Sie bekommen so ein Gefühl für die Proportionen, die optischen Effekte und die Passform. 

 

Ihr Endresultat kann dann eine Mischung aus mehreren Shirts sein. So übernehmen Sie vielleicht die Kragenweite von T-Shirt A, die Gesamtlänge von T-Shirt B und wollen die Brustweite von T-Shirt C um 2cm verkleinern.
Die obigen Maße sind nur eine Orientierung. Messen Sie alles ab, was Ihnen bei der Konstruktion Ihres eigenen Designs hilft. Sie erschaffen somit Ihren eigenen Maßstab, an dem Sie sich orientieren können. Wenn Sie einen dehnbaren Stoff wählen, bedenken Sie, dass der Stoff sich durch die Körperwärme beim Tragen etwas ausdehnt, wodurch dann die Passform beeinflusst werden könnte.

 

Veredelung - Was ist möglich?

Veredelung kann unterschiedlich aussehen. Vom Stoffmuster über das Nackenetikett bis zum Aufdruck oder Aufnäher können Sie alles machen. Während Sie eine Musterung schon im Vorhinein mit der Stoffauswahl festlegen, kommen die anderen Varianten erst während der Fertigung bzw. nach dem Zusammennähen ins Spiel. Ein Nackenetikett können Sie selbst einnähen, für die meisten Druckverfahren jedoch benötigen Sie externe Ressourcen. Wenn Sie die Veredelung nicht selbst vornehmen können, dann sollten Sie Ihr Design für einen Externen bestmöglich beschreiben und vorbereiten. Beschreiben Sie Größe, Proportionen, Maße, Abstände, Platzierung, Farbe etc. um Missverständnisse zu vermeiden und für ein optimales Ergebnis zu sorgen.

 

Konfektionierung  - Wie adaptiere ich meine Maße?

Sie wollen nun Ihr Muster in Serie produzieren lassen? Genau wie bei den Proportionen Ihres Musters sind Sie bei der Größenverteilung nicht an Vorgaben gebunden. Wenn Sie allerdings in Serie produzieren und nicht nur für sich selbst eine Maßanfertigung erstellen wollen, dann sind Sie gut beraten, wenn Sie sich an bereits existierenden oder gängigen Verteilungen und Maßen orientieren. Wenn nämlich Ihre T-Shirts zu sehr von den gängigen Maßen abweichen, könnte es zu vielen unzufriedenen Kunden kommen und unnötig viele Rücksendungen zur Folge haben. Ich sage absichtlich: Orientieren und nicht richten, da Sie möglicherweise Ihr ganz eigenes Ideal anstreben und daher das Endresultat von der Norm abweichen kann. In diesem Falle sollten Sie beim Verkauf diese Abweichung dem Kunden klar machen und Hilfestellung bei der Größenwahl geben.

 

Nachfolgend finden Sie eine mögliche Größenverteilung:

 

Produzenten – Wie kommuniziere ich meine Designs?

Wenn Sie Ihr Muster nicht selber anfertigen können oder wollen, dann müssen Sie Ihre Vorstellungen dementsprechend kommunizieren. Mit einer lokalen Schneiderei kann die Kommunikation vermutlich eins zu eins und mit physischen Schablonen bzw. Zeichnungen auf Papier ablaufen. Wenn Sie allerdings im Ausland produzieren lassen wollen oder nicht die Möglichkeit haben, Details persönlich zu besprechen, müssen Sie Ihre Informationen in digitaler Form in einem so genannten Techpack anlegen.

 

Bennen Sie die Einzelheiten mit Text und verknüpfen Sie diese mit passenden Beispielen von existierenden T-Shirts an Hand von Bildern. Googlen Sie Bezeichnungen, Farbumrechner und alles was Sie nicht wissen. Suchen Sie sich die Information zusammen, im Internet finden Sie zu allem etwas. 

 

Weitere Tipps – Meine Erfahrungen

Ein Produzent ist kein Designer! Er verdient sein Geld nur durch den Verkauf und nicht durch tolle und außergewönliche Designs. Sie sind somit in der Verantwortung, dass Sie korrekte und relevante Daten liefern, je besser Sie vorbereiten, desto effizienter kann gearbeitet werden! Produzenten sind daran interessiert, Zeit, Mühe und Kosten möglichst gering zu halten, somit schrecken Sie eher vor komplexeren Designs und kleinen Stückzahlen zurück.

Mit meiner Marke HYPERFORCE® Apparel – Premium Muscle Fit Clothing – habe ich mit vielen Teilstücken, unterschiedlichen Nähten und Einsätzen die klassische Konstruktion eines T-Shirts über den Haufen geworfen. Teilstücke gehen von hinten nach vorne und die Produkte verzichten teilweise komplett auf eine Seitennaht. Ich habe meine Designs detailliert und ausführlich beschrieben. Die meisten Information waren für eine Erstanfrage und Kalkulation nicht relevant bzw. zu detailliert und haben Produzenten abgeschreckt. Versetzten Sie sich in die Lage der Umsetzung.

Soll heißen:
Haben Sie ein besonders aufwändiges Shirt geplant, kann ich Ihnen empfehlen eine glattgelegte 2D Explosionszeichnung der einzelnen Teilstücke zu erstellen und bei Musterungsanfragen voranzustellen. So kann der Produzent oder die Schneiderei besser nachvollziehen und einschätzen, wie Ihre Konstruktion produktionsrelevant aussieht.
Mit produktionsrelevant ist gemeint, dass für den Produzenten nicht wichtig ist, wie Ihr T-Shirt am Körper sitzt, sondern wie die einzelnen Teilstücke in 2D aussehen (Maße und Form) und sich zusammensetzen. Ergänzend haben Sie das Techpack, in dem Sie bis ins kleinste Detail beschreiben, was Sie sich vorstellen. 

Wenn Sie all diese Tipps und Tricks berücksichtigt haben, haben Sie eine super Vorarbeit geleistet. Dennoch müssen Sie dann einfach den Mut haben zu testen, Fehler zu korrigieren und Ihre eigenen Erfahrungen zu sammeln.

Lassen Sie sich durch Rückschläge und schwierige Phasen nicht die Freude an Ihren Ideen verderben. Bleiben Sie optimistisch und geben Sie NIE auf!

Nachfolgend finden Sie noch Auschnitte und Beispiele meiner Techpacks zur Orientierung und Inspiration. Falls Sie Fragen haben oder weitere Erfahrungen sammeln konnten, kontaktieren Sie mich gerne über die Website https://hyperforceapparel.com/pages/contact.

 

(Explosionszeichnung und Ansicht in 2D)

 

(Designbeschreibung mit Beispielfotos)

 

(Maße und Abstände aller Elemente)

 

(Beschreibung des Nackenlabels)

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